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Mit Rücklagen wächst die Immobilien-Kauflust

Mit Rücklagen wächst die Immobilien-Kauflust

Das Geldvermögen der Deutschen ist weiter gestiegen – Experten sind sicher: 2017 wird noch mehr in Wohneigentum investiert

Die Deutschen investieren in Immobilien wie selten zuvor. 2016 sind so viele Wohnungsbaugenehmigungen beantragt worden wie seit 16 Jahren nicht mehr. Das mag auf den ersten Blick nicht verwundern, angesichts des erhöhten Bedarfs durch Zuwanderung und der gegenwärtig günstigen Zinsen. Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund, und der erstaunt zunächst in Zeiten, in denen jeder zu klagen scheint. Doch die Statistik lügt nicht: Das Geldvermögen der privaten Haushalte ist weiter gestiegen, Experten sprechen gar von einem „Anlagestau“. Und da die Deutschen nach wie vor skeptisch sind, was das Investieren in Aktien angeht, wird auch 2017 viel Geld in Immobilien fließen.

Die von der „DZ Bank“ jüngst veröffentlichten Zahlen belegen es zweifelsfrei: Das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte ist 2016 auf insgesamt 5,7 Billionen Euro geklettert. Das ist eine Steigerung um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2017, prognostiziert das Zentralinstitut von über 1000 Kreditgenossenschaften, wird die Steigerungsrate zwar leicht fallen, sich am Ende aber bei einem Plus von 3,8 Prozent einpendeln. Das private Geldvermögen wird dann die Sechs-Billionen-Euro-Grenze erreicht haben.

Und was macht der Teutone mit seinen Rücklagen?

An der Börse spekuliert er damit jedenfalls eher ungern, daran hat sich nichts geändert. „Im internationalen Vergleich sind deutsche Privatanleger eher risikoscheu“, zitiert das „Handelsblatt“ Michael Stappel, einen Finanzexperten der DZ Bank. Nur gut neun Millionen Aktionäre und Aktienfondanleger hat das Deutsche Aktieninstitut (DAI) registriert. Das sind nur etwa 14 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

TYPISCH DEUTSCH: LIEBER SPAREN ALS SPEKULIEREN

Stattdessen sparen die Deutschen lieber. Auf 9,8 Prozent ist die Sparquote 2016 angestiegen, was ebenfalls einen leichten Zuwachs gegenüber dem Jahr zuvor bedeutet. Und das trotz der aktuell weiterhin recht niedrigen Zinsen. Zudem entwickeln sich die Einkommen gegenwärtig positiv. Laut DZ Bank sind sie nominal im vergangenen Jahr um gut 2,5 Prozent gestiegen, ohne größere Kaufkraftverluste durch Inflation.

Demnächst, da sind die Experten sich einig, werden die Bankkunden des Sparens überdrüssig sein. Und ihr Geld lieber „arbeiten“ lassen wollen.

Wenn „der Deutsche“ investiert, darüber herrscht ebenfalls Einigkeit, dann mit vergleichsweise geringem Risiko. Dafür nimmt er auch weniger Rendite in Kauf, sofern diese sich dafür verlässlich kalkulieren lässt. Was sich für diese Strategie am besten anbietet? Richtig: in Immobilien investieren.

Schon 2016 hatte die Sachvermögensbildung in Form von Wohneigentum erkennbar an Bedeutung gewonnen. 2017 wird sich dieser Trend fortsetzen.

NACHFRAGE BESTEHT – NACH ALLEN WOHNUNGSARTEN

Bereits im Herbst vergangenen Jahres meldete die Bauindustrie, dass sich die Anzahl an Wohnungsbaugenehmigungen in diesem Jahr auf insgesamt 309.000 Einheiten erhöht hat – eine Steigerung von 23,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dabei spielt sicher auch der gestiegene Bedarf an Flüchtlingsunterkünften eine Rolle. Der „Spiegel“ berichtete bereits im Juli 2016 von einem Zuwachs von 142 Prozent bei Wohnheimwohnungen.

Doch auch um diese Zahl bereinigt, ist der wachsende Investitionswille von Privatanlegern unübersehbar. Die Zahl der Baugenehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern war zu diesem Zeitpunkt bereits um 26,7 Prozent auf 94.500 Einheiten geklettert. Bei Wohnungen in Zweifamilienhäusern meldete das Hamburger Nachrichtenmagazin mit Verweis aufs Statistische Bundesamt einen Zuwachs um 15,1 Prozent, bei Einfamilienhäusern um 7,6 Prozent.

BLEIBENDE WERTE, GERINGES RISIKO

Das niedrige Zinsniveau wirkt sich nämlich auch positiv auf Finanzierungskredite und Hypothekendarlehen aus. Zudem besteht schlicht und ergreifend Bedarf an neuem Wohnraum, vor allem in den städtischen Ballungsgebieten.

Bundesregierung und Immobilienwirtschaft schätzen diesen auf 350.000 bis 400.000 Einheiten pro Jahr. Diese Vorgabe wurde in den vergangenen Jahren, trotz des bereits steigenden Trends, sogar noch verfehlt. Es darf also getrost weiter gebaut werden in Deutschland. Erst recht, wenn der Gesetzgeber den Mieterbund und den GdW-Bundesverband für Wohnungsunternehmen erhört, die in seltener Eintracht nach attraktiveren Förderbedingungen für den Wohnungsbau verlangen, ebenso nach der Überarbeitung gesetzlicher Vorgaben, die das Bauen einschränken.

In einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis kalkuliert und in der richtigen Lage gewählt, stellt die Investition in Wohneigentum daher auch für private Anleger kaum ein Risiko dar. Und macht sie auch als Altersvorsorge attraktiv, da die Immobilie, so sie nicht für den Eigenbedarf genutzt wird, über Jahre konstante Einnahmen gewährleistet. Und das gute Gewissen schafft, den Nachkommen ein Objekt von bleibendem oder sogar steigendem W

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