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Das eigene Heim muss kein Traum bleiben

Das eigene Heim muss kein Traum bleiben

Ein Hauskauf ist manchmal nicht so unmöglich, wie er scheint – wenn er gut durchdacht ist

Der Statistik zufolge würden 75 Prozent aller Deutschen, die in Mietverhältnissen leben, lieber in Eigentum wohnen. Offenbar trauen sich viele nicht, ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Weil es an Eigenkapital fehlt? An der Sicherheit, was die eigene Lebensplanung angeht? An der Angst, ein „Fass ohne Boden“ aufzumachen? Schade eigentlich, denn mit sorgfältiger Recherche und Vorplanung lässt sich, was unmöglich erscheint, vielleicht doch verwirklichen.

Eines sollte zuallererst bedacht werden: Vielerorts galoppieren auch die Mieten immer weiter in die Höhe. Daher sollte man sich beim Sondieren der aktuellen Marktsituation nicht von den aktuell aufgerufenen Preisen für eigene vier Wände abschrecken lassen. Richtig finanziert, belasten sie den eigenen Säckel im Monat vielleicht gar nicht mal stärker als eine Miete. Und die ist normalerweise bis in alle Ewigkeit fällig. Eine eigene Immobilie dagegen kann bis zum Eintritt ins Rentenalter abbezahlt werden – und wenn der Posten erst einmal von der Liste der monatlichen Belastungen verschwunden ist, ist der größte Schritt zur Altersvorsorge getan.

Nächster Punkt: Bei den Teuerungsraten für Häuser und Eigentumswohnungen, von denen im Allgemeinen die Rede ist, handelt es sich um Durchschnittswerte. Die Anstiege werden hauptsächlich durch schwindelerregende Aufwärtstrends in den Metropolen bewirkt. Auf dem Land gibt es noch jede Menge erschwinglichen Wohnraum. Und so schrecklich, wie es von Stadtmenschen immer gemacht wird, ist es „jottweedee“ gar nicht. Zumal sich in unserer vollverkabelten und vernetzten Welt auch immer mehr Arbeitsplätze einrichten lassen, die fernab von wirtschaftlichen Ballungsräumen liegen.

VORSICHT BEIM KALKULIEREN – OHNE EIGENKAPITAL GEHTS NICHT

Wie es da allerdings mit dem Freizeitangebot aussieht, mit Schulen für die Kinder, mit Gastronomie und medizinischen Versorgungseinrichtungen – ob das Angebot den persönlichen Ansprüchen genügt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Dies sind aber alles Aspekte, die sich recherchieren lassen.

Wenn es dann ans Finanzieren geht, ist ein knallharter Blick für Realitäten erst recht gefragt. So ganz ohne Eigenkapital, da beißt keine Maus einen Faden ab, geht nicht viel. Rund 30 Prozent des Gesamtvolumens mit vorhandenem Vermögen abzudecken, ist nach wie vor Usus bei Darlehensgebern. Unter Umständen können es auch mal ein paar Prozentpunkte weniger sein.

Die Zinsen sind derzeit auf dem historischen Tiefstand, daher ist der Zeitpunkt, den Traum vom Eigenheim anzugehen, eigentlich günstig. Allerdings ist es aufgrund einer neuen Richtlinie der Europäischen Union (EU) gar nicht so leicht, gegenwärtig einen Kredit zu bekommen. Der künftige Immobilieneigentümer sollte gut überlegen, wie viel umbauten Raum, wie viel Ausstattung und wie viel Grün drumherum es tatsächlich sein darf – und bei der Höhe seines Wunschkredits in einem vernünftigem Rahmen bleiben. Die günstigen Zinsen sollten genutzt werden, um die Tilgungsraten besser zu kalkulieren.

BEIM FINANZIEREN AUCH AN DIE NEBENGERÄUSCHE DENKEN

Es lohnt sich daher, nicht nur den Immobilienmarkt zu studieren, sondern auch den der Kreditanbieter. Die besten erkennt man daran, dass sie Kosten und Klauseln stets transparent und nachvollziehbar darstellen. Was viele gerne übersehen: Der Gesetzgeber erlaubt es jedem Kreditnehmer, nach zehn Jahren kündigen zu dürfen, wenn er eine günstigere Finanzierung findet. Als Tilgungsrate werden allgemein zwei Prozent zum Start empfohlen.

Immer auch dran denken: Mit dem Kaufabschluss entstehen auch immer noch „Nebengeräusche“ finanzieller Natur: Kosten für Makler, Notar, Grundbucheintrag, Steuern und, und, und. Unterm Strich fallen dabei etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises an. Anschließend beginnt die Planungsphase: Da fallen Baunebenkosten an – Baugenehmigung, Architekt, Statiker, Vermessung. Mit dem Anheuern eines Generalunternehmers überlässt man die Sorge, etwas zu vergessen, einem anderen. Rund 80 Anbieter in Deutschland bieten Häuser schlüsselfertig an – die günstigsten bereits für unter 200.000 Euro. Manche offerieren Objekte in verschiedenen „Ausbaustufen“ – ein einfacher Rohbau ist da schon für rund 75.000 Euro zu haben.

DIE WICHTIGEN FRAGEN DES 21. JAHRHUNDERTS

Wer sein Eigenheim allerdings mit vielen eigenen Ideen versehen will, sollte sich so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie möglich offenhalten. Das lässt sich am besten gemeinsam mit einem Architekten umsetzen. Der hilft auch bei der Antwort auf die Frage nach einem der wichtigsten Bauthemen des 21. Jahrhunderts: Soll es ein energetisch effektives „Passivhaus“ werden? Welche alternativen Energieträger sollten es sein? Braucht es speziellen Lärmschutz? Auch die „Medienversorgung“ wird immer wichtiger, vor allem, wenn es um vernetzte Haustechnik geht.

Versicherungen kosten ebenfalls; empfehlenswert sind eine Bauherrenhaftpflicht- sowie eine Gebäudeversicherung mit vorlaufender Rohbauversicherung. Für angemessene Sicherheit und regelmäßige Qualitätskontrollen hat der Bauherr ebenfalls Verantwortung zu tragen – es sei denn, er überträgt sie einem Bauleiter. Alle notwendigen Materialien für den Innenausbau frühzeitig zu bestellen – etwa Fliesen, Tapeten und Bad-Armaturen –, spart oft ebenfalls Geld und sorgt dafür, dass der Traum vom eigenen Zuhause auch zum anvisierten Termin wahr wird.

Noch ein Tipp zum Schluss: Das Haus so gestalten, dass sich später mit wenig bis gar keinem Aufwand einzelne Wohneinheiten separieren lassen. Das schafft im Alter finanziellen Spielraum, denn wenn die Kinder aus dem Haus sind, reicht den Eltern meist eine Etage, um es sich bequem zu machen; die anderen Etagen / Ebenen können vermietet oder verkauft werden. Der einstige Traum vom Eigenheim wird so zur Einnahmequelle, bleibt aber dennoch weiterhin Realität.

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